Kaltschaum und Federkern: Wo liegen die Unterschiede?

Ein Matratzenkauf ist eine aufregende Angelegenheit. Die Vielzahl der Modelle und Preiskategorien lässt sich kaum erfassen.
Es ist daher hilfreich, sich bereits vor dem Kauf über einige grundlegende Kategorien zu informieren. Kaltschaum- oder Federkernmatratze beispielsweise ist wohl die erste Frage, die es zu entscheiden gilt.
Dank der doch sehr ausgeprägten Unterschiede bei Materialeinsatz und Verarbeitung zwischen diesen beiden Arten von Matratzen wird man schnell erkennen, welche Art am besten passt.

Unterschiedliche Materialien für unterschiedlichen Wärmehaushalt

Eine Federkernmatratze ist eine aufwändig hergestellte Schlafunterlage aus Metall, Schaumstoff und Textilien. Sie enthält hunderte Stahlfedern, die miteinander verbunden sind. Bei einer Bonellfederkernmatratze befindet sich Luft zwischen den Federn. Heute werden vorrangig Taschenfederkernmatratzen hergestellt, bei denen die Federn in Stofftaschen eingenäht sind. Über den Federkern wird eine Filzplatte oder auch ein dünnes Vlies gespannt, damit die Metallfedern nicht durchgerieben werden. Die Polsterung besteht aus Schaumstoff.

Eine Kaltschaummatratze hingegen besteht aus aufgeschäumtem Polyurethan. Sie wird meist aus einem Schaumblock geschnitten oder aus verschiedenen Teilen zusammengeklebt. Bei dieser Verarbeitung werden Schaumstoffe unterschiedlicher Dichte und Dicke verwendet, um den Körper optimal zu stützen. Luftkammern und Lüftungskanäle werden außerdem eingearbeitet.

Beide Matratzenarten werden in unterschiedlichen Qualitätsklassen und dementsprechend auch in unterschiedlichen Preiskategorien angeboten, wobei Unterlagen aus Kaltschaum bereits sehr preiswert und trotzdem in sehr guter Qualität zu haben sind.

In ihrem im August 2016 veröffentlichten jüngsten Matratzentest listet die Stiftung Warentest folgende Vor- und Nachteile von Federkern- und Kaltschaummatratzen auf:

Die Vorteile von Federkernmatratzen:

  • Guter Feuchtigkeitstransport. Gut für starke Schwitzer.
  • Geringe Wärmedämmung. Gut für alle, denen es schnell zu warm wird.
  • Gute Punktelastizität.

Die Nachteile von Federkernmatratzen:

  • Geringe Wärmeisolierung. Schlecht für alle, die leicht frieren.
  • Mit der Zeit können sich in der Schaumstoffauflage Kuhlen bilden.
  • Die Matratze ist vergleichsweise schwer.

Die Vorteile der Kaltschaummatratzen:

  • Gute Wärmeisolierung. Empfehlenswert für alle, die leicht frieren.
  • Geeignet für verstellbare Lattenroste.
  • Leicht und einfach zu wenden.

Die Nachteile von Kaltschaummatratzen:

  • Mäßiger Feuchtetransport, daher weniger geeignet für starke Schwitzer.
  • Durch Feuchte- und Wärme können sich spürbare Liegekuhlen bilden.
  • Schwankende Qualität, die Härte kann innerhalb einer Charge variieren.

Vorauswahl nach objektiven Kriterien möglich

Die Unterschiede beim Materialeinsatz und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Eigenschaften machen eine erste Vorauswahl nach objektiven Kriterien möglich.

Mit einer Federkernmatratze liegen Sie also prinzipiell richtig, wenn Sie…

…dazu neigen, nachts zu schwitzen.
…einige Kilos mehr auf die Waage bringen, weil Federkernmatratzen in der Regel härter und für mehr Gewicht geeignet sind.

Mit einer Kaltschaummatratze sind Sie im Allgemeinen gut beraten, wenn Sie…

…schnell frieren.
…einen verstellbaren Lattenrost verwenden, für den eine Matratze ein bestimmtes Maß an Elastizität mitbringen muss.
…ihre Matratze oft bewegen möchten, denn eine Kaltschaummatratze ist leichter als eine aus Taschenfederkern.

Die Liegeeigenschaften beider Matratzentypen unterscheiden sich heute kaum noch voneinander. Hier spielen dann weniger objektive Gegebenheiten eine Rolle. Vielmehr entscheiden die persönlichen Vorlieben.

Beide Matratzentypen sind punktelastisch, die eine mehr, die andere weniger. Beide werden in verschiedenen Härtegraden angeboten.

Nur nach einem ausführlichen Probeliegen kann man entscheiden, welche Schlafunterlage letztlich die richtige ist. Wenn Sie aber schon wissen, ob Kaltschaum oder Federkern, können Sie sich voll auf die für Sie geeignete Matratzenart konzentrieren.